Martin arbeitet in meinem Hotel und er kümmert sich fast schon beschämend aufopfernd um mich. Er ist 24, studiert „Business“ und Englisch und hilft mir, wo er kann. Am zweiten Tag íst mein Jetlag immer noch nicht ganz weg, ich schlafe lang und für den Abend verabreden wir uns. Er will mir ein bisschen was von der Umgebung zeigen – und er schleppt mich in ein Touristenquartier nicht weit vom Hotel.
Hier ist alles bunt und laut. An jeder Ecke stehen junge Chinesinnen, die einen auf Englisch ansprechen – Anreißerinnen, die Touristen in Cafes oder Galerien schleppen um ihnen dort überteuertes Zeug anzudrehen. Auch hier gibt es alles, was das Touristenherz begehrt, Tand und Talmi in allen Farben und Glitzertönen, alles was man zu Hause nicht braucht, aber dort subtil die Botschaft transportiert „Ich war in Peking, Ätsch!“ An den Imbiss-Ständen gibt es merkwürdige Angebote. Rind- oder Lammfleischplatten am Spieß, quasi Hack-Lollies, gebackene Hühnerherzen oder nicht ganz fertig gebrütete Vogelküken – alles für ein paar Yuan zu haben.
Das Areal zieht sich um einen See auf dem viele Leute mit Elektrobooten ihre Runden ziehen. Wir gehen einmal um den See herum. Am Anfang kann man sich kaum gegen die Koberer wehren, die einen in die überteuerten und in grellem Neonlicht erstrahlenden Kneipen ziehen wollen. Doch irgendwann wird es ruhiger, statt Touristen sieht man jetzt Familien und junge Pärchen, die – mangels eigener Wohnung – nun händchenhaltend am See schmusen. (Wohlgemerkt: schmusen!) Plötzlich hören wir Musik aus der Dunkelheit, Martin zeigt mir woher sie kommt. Auf einem kleinen Platz am Rande des Sees hat jemand eine Boombox aufgebaut und spielt chinesische Musik. Dazu tanzen vor allem ältere Leute gemeinsam über den Platz. Freizeitvergnügen auf Chinesisch. Eine ältere Frau läd mich ein, sie will mir ein paar Tanzschritte zeigen – aber nach wenigen Minuten erkennt sich mein nicht vorhandenes Talent und gibt auf.
| Alles so schön bunt hier - Touristenmeilen in der Nähe vom Beihai-Park |
Hier ist alles bunt und laut. An jeder Ecke stehen junge Chinesinnen, die einen auf Englisch ansprechen – Anreißerinnen, die Touristen in Cafes oder Galerien schleppen um ihnen dort überteuertes Zeug anzudrehen. Auch hier gibt es alles, was das Touristenherz begehrt, Tand und Talmi in allen Farben und Glitzertönen, alles was man zu Hause nicht braucht, aber dort subtil die Botschaft transportiert „Ich war in Peking, Ätsch!“ An den Imbiss-Ständen gibt es merkwürdige Angebote. Rind- oder Lammfleischplatten am Spieß, quasi Hack-Lollies, gebackene Hühnerherzen oder nicht ganz fertig gebrütete Vogelküken – alles für ein paar Yuan zu haben.
| Hangout für Pekings Jugend und Touristen - der Beihai-Park |
Auf der anderen Seite des Sees ist ein Sportplatz mit Geräten, wie man sie auch aus dem Fitnessstudio kennt, doch die Menschen hier nutzen es eher als Hangout. Die einzigen Jogger die man sieht, sind Europäer.
Am Ende des Spaziergangs gehen wir essen. Zum ersten Mal in einem chinesischen Restaurant. Ich hab keine Ahnung was auf der Karte steht, aber Martin managt das. Es gibt (zähes und knorpeliges) Rindfleisch mit irgend etwas weißem (das auch aus der Kuh kommen soll), eine Art süße Chilis mit Schweinehack und Reis mit Ei. Bis auf das Rindfleisch ist alles sehr lecker – ich habe meinen ersten chinesischen Restaurantbesuch überlebt und sehe die Chinarestaurants in Deutschland mit anderen Augen. Schweinefleisch süß-sauer??? Ich glaube, das werde ich hier nicht bekommen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen