Montag, 25. Oktober 2010
Lebensgefahr
Busfahren in China ist was für Einheimische und Experten. Nix für sprachunkundige Touristen oder Asien-Anfänger wie mich. Alle haben mich davor gewarnt, aber ich habs trotzdem getan. Der Bus ist nämlich die einzige Chance schnell vom Hotel zur U-Bahn zu kommen. Ob man dort allerdings heil ankommt, ist eine andere Frage. Denn die Shanghaier Buschauffeure müssen alle in einem geheimen Ausbildungslager der Regierung zu Amokfahrern ausgebildet worden sein. Sie schlagen selbst die schon sehr ruppigen chinesischen Autofahrer um Längen. Sie sind nicht nur mürrisch, sondern auch aggressiv. Wer mit seinem Wagen an einer Ampel vor einem Shanghaier Bus steht, hat keinen Spaß. Wer noch steht, sobald es nur die theoretische Möglichkeit gibt, dass es gleich Grün wird, der wird prophylaktisch schon mal mit einer kleinen Lichtdusche aus den Busscheinwerfern eingedeckt. Überhaupt ist die Lichthupe das zweitliebste Spielzeug der Busfahrer hier. Das Liebste ist das Gaspedal, das selbst dann durchgetreten wird, wenn enge Kurven kommen. Wer bremst, verliert. Auch hier. Selbst untereinander schenken sich die Fahrer nix. Wer nicht schnell genug von der Haltestelle weg ist, wird einfach zugeparkt und wüst beschimpft. Man stelle sich das mal in Deutschland vor. Also – eigentlich eine tolle Show, solange man irgendwo umfallsicher steht oder sitzt.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen