Montag, 18. Oktober 2010

Die Ente der Hauptstatt

Ein Besuch in Peking ohne Ente? Unvorstellbar. Ich hatte das Entenessen schon lange auf meiner Liste, aber Tobias und Jochen (die ich beide in Nordkorea kennen gelernt habe) sind schon einen Schritt weiter – sie haben einen Tisch in einem der größten Entenrestaurants der Stadt reserviert. Wir treffen uns dort. Der Laden ist rappelvoll, vor der Tür stehen dicke Autos und als wir unsere Jacken über die Stuhllehnen hängen, werden gleich rote Schutzbezüge drübergezogen. Überall im Restaurant schmatzt und schlürft es, alle paar Minuten kommt ein Koch mit einer Ente auf einem Rollwagen vorbei, die er mit einem scharfen Messer tranchiert und dann auf verschiedenen Tellern anrichtet. 
  
Das Besondere an der Peking-Ente ist, so hab ich’s zumindest im Reiseführer gelesen, dass sie sehr aufwändig zubereitet wird. So trennt man beim Braten die Haut vom Fleisch und bläst Luft dazwischen, außerdem wird der ganze Vogel dann auch noch mit Malzzucker eingerieben und zum trocknen aufgehängt. 
  
Es dauert nicht lange, da liegt „unsere“ Ente vor uns. Der Koch tranchiert den Vogel, wir wickeln Haut und Fleisch in kleine Pfannkuchen ein, dippen sie in eine zähflüssige, leckere, braune Sauce und trinken dazu Chrysanthemen-Tee (seeeehr lecker) und Bier. Das Essen hat nicht all zu lange gedauert, da liegt auch schon die Rechnung auf dem Tisch. Der Laden will schließen. Aber erst als auch die Außenbeleuchtung ausgemacht wird, gehen wir – es war ein leckerer Abend.

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