Montag, 18. Oktober 2010

Keine Zufälle

Alles an meiner Reise ist perfekt durchorganisiert. Es gibt einen Zeitplan und überall wo ich auftauche, sind alle bereits informiert über den Gast aus Deutschland. Im Programm ist alles haarklein aufgeführt (selbst Pinkelpausen sind manchmal schon eingeplant) und jede Änderung ist ein Problem. Es hat z.B. fast eine halbe Stunde gedauert, bis ich meine Entourage davon überzeugen konnte zwischen zwei Programmpunkten einen kurzen Stopp im Hotel einzulegen, damit ich die Batterie meiner Kamera wechseln kann. Kurze Spaziergänge waren möglich, Kontakt zu den Nordkoreanern kaum. Einmal, im Park, als wir tanzende Frauen beobachteten, lud mich eine ein Mitzutanzen – worauf hin meine Kims zum Aufbruch drängten. Am nächsten kam ich den Nordkoreanern an meinem letzten Abend – im Vergnügungspark von Pjöngjang. Westliche Ausländer sind hier selten und die Kinder dort vergaßen schnell die Staatsräson und die Parteidisziplin und schrieen lachend „Hello, Hello“. Beim Achterbahnfahren wurde ich teilweise ungläubig angesehen. Und an einem der Fressstände teilte eine Familie ihr Essen mit mir. 
  
Der Trip nach Nordkorea war bizarr. Der Personenkult um die Kims ist für einen Ausländer nicht nachvollziehbar. Vieles andere im Land ist schwer fassbar. Mir wurde in den sechs Tagen in Nordkorea viel gezeigt, allerdings habe ich eigentlich nichts gesehen. Aber gelernt. Und allein dafür hat sich der Trip gelohnt 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen