Dass Räume in Hongkong nach Quadratzentimetern bemessen werden, weil der Platz so knapp ist, hatte ich schon gehört. Dass Hotels deswegen ihre Zimmer klein und die Preise groß halten, auch darauf hatte ich mich schon eingestellt. Aber als mich der Taxifahrer vor einem kleinen, engen und unscheinbaren Eingang absetzte, kamen mir doch die ersten Zweifel. Hotel? Hier? Kein Schild, kein Empfang, noch nicht mal eine Klingel.
Ich schleppe meinen Koffer die steile Treppe rauf. Hier gibt’s zumindest schon mal einen Wachmann. Und dann steht eine kleine runde Frau in Jogginghose auf dem nächsten Treppenabsatz und bedeutet mir, ich soll mit dem Fahrstuhl hochkommen. Dort ist die „Rezeption“, die wie das Wohnzimmer einer durchschnittlichen Hartz4-Familie in Neukölln aussieht. Eine abgewetzte Sitzgruppe, ein kleiner Tisch, ein paar Regale, die auch vom Sperrmüll sein könnten, zwei Computer und ein paar Telefone. 10 Hongkong-Dollar (HKD) Pfand, einmal die Kreditkarte vorzeigen und dann lotst mich eine andere Frau, noch kleiner, aber nicht so rund wie die erste, wieder die Treppen runter, zwei Häuser weiter und dann mit dem Fahrstuhl in den 8. Stock. Hinter einer Tür aus Stahl und einer aus Holz verbirgt sich ein schmaler muffiger Flur und an dessen Ende ist mein Zuhause für die nächsten 8 Tage. Es ist winzig, mehr Loch als Zimmer:
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| 8m² Hongkong - mein Zuhause für die nächste Woche |
Klo und Dusche sind in einem Raum kombiniert, der Fernseher hat auch schon bessere Zeiten gesehen und der Zimmersafe steht einfach so in der Gegend rum – wer was klauen will, nimmt einfach das ganze Teil mit. Auch das restliche Mobiliar hat schon deutlich bessere Zeiten gesehen. Es ist eng, ich habe fast schon Angst auszuatmen. An der Decke sind Wasserflecken und im Raum steht die Luft. Erst die Klimaanlage ändert das.Und das beste: dieses Zimmer ist nicht nur kleiner, sondern auch noch deutlich teurer als meine letzte Bleibe, ein US-Kettenhotel, in Shanghai.

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