Das steht für Tempel-Tag. Einen hatte mir ein Brite, mit dem ich im „12 sqm“ sprach, wärmstens empfohlen – den Lama Tempel. Dankenswerterweise ist er nur ein paar Minuten zu Fuß von meinem Hotel entfernt. Es ist der größte buddhistische Tempel in China und er besteht seit dem 18. Jahrhundert. Auch hier herrscht großer Andrang, allerdings nicht nur von Touristen, sondern auch von Gläubigen. Vor den Toren des Tempels kann man in kleinen Läden Räucherstäbchen in allen Größen und Farben kaufen und sie dann Buddha verehren. Überall stehen kleine Behälter mit einer Kerze zum Anzünden der Räucherstäbchen und große Bottiche, in denen man die angezündeten Räucherstäbchen dann deponieren kann. In den einzelnen Gebäuden stehen verschiedene Buddha-Statuen, von klein bis groß. Im letzten Gebäude steht ein Buddha, der um die 20 Meter groß ist und aus einem einzigen Sandelholzbaum geschnitzt wurde. Das brachte der Staue einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde ein.
Fast vor jeder Buddha-Statue knien Gläubige und beten oder bitten und sie opfern. Dort wo man Räucherstäbchen verbrennen darf (in den Gebäuden ist das wegen der Feuergefahr verboten) werden die Stäbchen auch gerne mal im 10er Pack angezündet und in den Opferbottichen versenkt. Andere bringen Buddha frisches Obst, Wein, Süßigkeiten – all das stapelt sich auf den Altären. Was mit den Opfergaben geschieht, konnte ich nicht heraus finden, was mit den Räucherstäbchen passiert schon. In schöner Regelmäßigkeit räumen die Hausmeister des Tempels die Opferbottiche leer und entsorgen den Inhalt. Die Gläubigen scheints nicht zu stören. Scheinbar ist es die Geste, die zählt.
Nur ein paar Meter weiter ist der konfuzianische Tempel. Hier hat Konfuzius seine Lehren weitergegeben und nebenan, im „Imperial College“ haben die chinesischen Kaiser Vorträge vor ihren Beamten gehalten. Alle rund 50.000 Beamten, die hier die höchste chinesische Staatsprüfung zwischen dem 15. und Anfang des 20. Jahrhunderts abgelegt haben, sind hier auf Steintafeln verewigt. In diesem Tempel und auf dem kaiserlichen Campus nebenan ist viel weniger los. Wieder so eine wunderschöne Oase der Ruhe – in der man allerdings auch mal von Autos oder Radfahrern aufgeschreckt werden kann. Denn zumindest die Bediensteten und ihre Kinder sind auf dem Gelände auch gerne mal per Fahrzeug unterwegs.
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