Montag, 25. Oktober 2010

Shoppen und Ficken

Die Nanjing Road ist einer der Touristenmagneten Shanghais. Sie liegt mitten im Zentrum und hier reiht sich ein Shoppingcenter an die nächste Nobelboutique und die McDonalds-Dichte dürfte weltweit unerreicht sein. Die der Koberer auch. Noch öfter als auf dem Hamburger Kiez wird man hier angequatscht. Wer es zwei Meter ohne Koberer-Kontakt schafft, ist fast schon reif fürs Guinness-Buch. “Hallo Sir, wanna Watcha, Bags, Diewiedies??“ Kaum hat man einen ignoriert, kommt der nächste mit verschwörerischer Mine auf einen zugeschlichen. Und wenn sie keine Uhren verticken wollen, dann iPhones oder sie wollen einem ihre ganz persönliche „Lady Bar“ empfehlen, mancher grunzt auch nur „Sex“. 

Shoppingmeile mit hohem Nerv-Faktor: die East Nanjing Road

Gar nicht so selten werde ich auch von jungen Frauen angequatscht. Auch sie wollen mir entweder eine Massage angedeihen lassen oder in einer nahen Kneipe ihr Englisch trainieren – wobei die (überteuerten) Getränke dann auf mich gehen würden. Die East Nanjing Road verändert einen, denn die Koberer gehen mir auf den Keks. Nach 100 Metern war ich genervt, nach 500 Metern aggressiv – und sehne mich ein bisschen nach dem Hans-Albers-Platz im ungeliebten Hamburg, wo man zwar auch alle zwei Meter von Nutten angequatscht wird – aber nach 5 Minuten ist der Spuk vorbei. Hier dauert er sehr viel länger.

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