Freitag, 8. Oktober 2010

In den Gassen von Peking


Sie heißen Hutong, die klassischen kleinen Wohngassen von Peking. Versteckt in Seitenstraßen leben hier viele Menschen – unter anderem auch Martin, der "Portier" (oder besser: die gute Seele) meines Hotels. Es ist ein klassisches Hutong-Haus, sechs Zimmer, die alle rund um einen offenen Innenhof angeordnet sind. Dieser Hof ist die Lobby, der Raucherbereich, die Heimat von zwei Vögeln und die Ruheoase. Kaum sind die Koffer ausgepackt, begleitet mich Martin zum Kiosk um die Ecke um mir beim Bier- und Kippenkauf zu helfen.


Peking, wie es Touristen nicht häufig zu sehen kriegen - ein Blick in die Hutongs der Stadt

Leben auf engem Raum

Danach ein erster Spaziergang durch das Viertel. Auf der Hauptstraße steht der Verkehr ständig. Vorankommen? Vergiss es? Zu Fuß ist man schneller. Links und rechts reiht sich Boutique an Restaurant an Imbiss an Teeladen. Auf der Straße ist viel gewusel. Immer wieder rasen Leute mit Fahrrädern oder Elektrorollern an einem vorbei, laut hupend, zuweilen auch fluchend. Am Rand des Bürgersteigs sitzen die Menschen auf kleinen Hockern (oder auch nur in der Hocke) und betrachten das Treiben oder spielen eine Art Dame. Ich komme an einem alten Mann vorbei, der auf dem Boden sitzt und eine Art Gitarre quält. Er hat zwar kaum noch Zähne, doch er singt voller Inbrunst. Die Worte aus seinem Mund klingen nach einer chinesischen Variante von Country-Musik. Als ich ein paar Stunden später dort wieder vorbeikomme, singt er immer noch. 


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