Montag, 25. Oktober 2010

Auf Heimaturlaub

Bayern liegt in Asien, genauer gesagt in Shanghai. Hier gibt es ein Paulaner Brauhaus. Mit Hellem und Dunklem, mit Radler und Russn – und mit Chinesinnen im Dirndl und Chinesen in Lederhosen. 

Ein "Ganbei" der Gemütlichkeit - deutsches Bier in Shanghai
 
Seit fast 15 Jahren betreibt die Münchner Brauerei ihre Filiale hier (Auch das Hofbräuhaus hat in Shanghai eine Dependance). An den Wimpeln, die in der Schänke hängen, zeigt sich, dass vor allem deutsche Firmen den Laden gerne als Hangout nutzen. Es gibt sogar, wie in Bayern, Gestelle in denen Stammgäste ihre Bierkrüge wegschließen können. Am Eingang kündet ein Oktoberfestangebot vom drei Gängemenü mit Bier ohne Ende bis Mitternacht für rund 20 Euro. Ein Schnäppchen, denn wer das Bier solo bestellt, zahlt fast 8 Euro für den halben Liter, (auf dem Oktoberfest gibt’s dafür fast schon eine Maß). Zum Essen gibt’s die internationalen Klassiker wie Burger, Curry und Spaghetti, gepaart mit deutscher Küche wie Rouladen, Leberkäs oder Kassler. 
  
Flatrate-Party auf Chinesisch - 3 Gänge-Menü und Saufen bis Mitternacht für rund 20 Euro

Heute Abend scheint es in der Schänke eine große Party zu geben, darum ist nur der Biergarten geöffnet. Es sind fast nur Deutsche da, nur ein älteres chinesisches Paar sitzt teilnahmslos in einer Ecke. Überall wird Deutsch gesprochen, es ist surreal – ich habe das Gefühl in Sendling und nicht in Shanghai zu sitzen. Und ich lerne – irgendwie treibt deutsch sein im Ausland merkwürdige Blüten. Am Nebentisch sitzt eine junge Mutter aus Schwaben mit ihren (Schwieger-)Eltern. Am Kinderwagen hängt eine schwarz-rot-gelbe Handtasche. Und zwar eine von der hässlichen Sorte.

Schlechter Geschmack auf Deutsch: "Wieh arr Dschörmänns, Ju noh..."

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