Sonntag, 3. Oktober 2010

1. Etappe: Berlin - Frankfurt

Sonntag morgen in Tegel. Die Sonne scheint und von außen hat es den Anschein, als würde der Flughafen noch in tiefstem Dornröschenschlaf liegen. Doch dass dieser Anschein trügt, zeigt sich beim Betreten des Terminals. Die Schlange am Lufthansa-Schalter für den Flug nach Frankfurt (morgens um kurz nach 7) ähnelt der vor einem Moskauer Brotladen. Im Flieger ist kein Platz mehr frei. Es scheint als hat die ganze Welt nix besseres zu tun, als am 20. Jahrestag der deutschen Einheit in aller Herrgottsfrühe aufzustehen und nach Frankfurt (und von dort weiter in alle Welt) zu fliegen. 

Um mich rum höre ich alle möglichen Sprachen und sehe in viele müde Gesichter. Beim Check in erfahre ich, dass - passend zum Tag der deutschen Einheit - Gorbatschows Spruch, dass das Leben jene bestraft, die zu spät kommen, immer noch Gültigkeit hat. Denn mit freundlichem Lächeln teilt mir die Abfertigungsdame mit: "leider nur noch Mittelplätze". Vor meinem geistigen Auge tun sich übelriechende Rentnerinnen, übergewichtige Prolomütter mit hyperaktivem Nachwuchs, Neurotikerinnen mit schwerem Parfum  und all die anderen Albträume auf, die in einem Flugzeug links und rechts von einem Sitzen können, wenn man den Mittelplatz erwischt hat. 

Dankenswerterweise trifft nichts von dem ein. Meine Sitznachbarn sind nett und friedlich. Allerdings - und das habe ich noch nie erlebt - rollte die Maschine schon, bevor alle saßen. Es gab auch nicht genügend Platz für das Handgepäck und der arme Kabinenchef war bis zum Abheben damit beschäftigt, die Trolleys der zu Spät gekommenen quer durch den Flieger zu tragen. 

Trotz allem - pünktliche Landung in Frankfurt, all mein Gepäck ist angekommen und vor mir liegen vier Stunden Aufenthalt bevor es weitergeht. Das Ziel dann: Hongkong. 

 

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