Montag, 18. Oktober 2010

Sightseeing auf Koreanisch = Propaganda



  
Meine Begleiter – und auch die (meist jungen und hübschen) Fremdenführerinnen, die mich im traditionellen koreanischen Gewand durch die einzelnen Sehenswürdigkeiten begleiten – reden immer wieder von den gleichen Dingen. Von der Genialität der beiden Kims, ohne die das Land heute nur eine unzivilisierte Steppe wäre. Sie reden auch von der japanischen Besetzung von 1905 bis 1945. Sie hat das Land traumatisiert, der Partei der Kims den Weg geebnet und einen bis heute andauernden Hass auf die Japaner zurück gelassen. Ein noch mieseres Image haben nur die Amerikaner, die auch gerne als „Spione“, „Imperialisten“ oder „Aggressoren“ bezeichnet werden. Jeder noch so kleine „Sieg“ über die USA wird propagandistisch ausgeschlachtet, auch wenn er schon 40 Jahre her ist.  Das andere Thema hängt mit den USA zusammen – der Koreakrieg. Kim Il Sung hat ihn begonnen und er endete unentschieden. Nach nordkoreanischer Lesart war das alles die Schuld der Amis und sie haben den Krieg auch verloren (was Pjöngjang unter anderem daran fest macht, dass bei der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens eine Flagge der UN und nicht der USA auf dem Tisch stand). 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen