Wasser, Kolonialbauten und gegenüber das glitzernde Lichtermeer des Finanzdistrikts, das ist der Bund. Die Shanghaier Uferpromenade ist die Touristenattraktion Nummer 1b (nach der Expo, aber die ist ja so gut wie zu Ende... ) Vor allem am Abend strömen die Menschenmassen hierher. Eine nicht enden wollende Touristenkarawane zieht es in Richtung Wasser.
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| Schlimmer als auf der Expo - Touristenmassen auf dem Weg zum Bund |
Auf dem Weg zum Bund liegen massenhaft Ramsch-Shops. Plastikarmreifen im Jade-Look, Essstäbchen, Mao-Kitsch und T-Shirts gibt’s hier, und ein paar Meter weiter „RayBan“-Sonnenbrillen für 5 Euro, Rolex-Uhren für 10 und iPhones für 20 Euro. An jeder Ecke wird man angequatscht, aufdringliche Händler würden einen am liebsten in den Laden ziehen, fesseln und zum Einkaufen zwingen. Mal kurz gucken? Vergiss es. „Don´t need“ und „already have“ sind die wichtigsten Worte hier, allerdings interessiert das die Händler nur bedingt, sie labern weiter von „iPhone, Sir, very cheap“ oder „needa bag, Sir?“ In den Auslagen liegen die abenteuerlichsten Geräte. Schlecht nachgebaute, alte iPods mit der Aufschrift „MP5“, Telefone bei denen ich mich frage, ob sie das erste Telefonat überleben und Mini-iPads (die es in dieser Größe nicht gibt). Es soll ja hier Leute geben, die glauben, dass das Zeug, was sie hier kaufen, echt ist. Vielleicht hilft ihnen ihr Glauben ja tatsächlich (dann wäre das allerdings ein Fall für den Papst).
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| "Wie die Motten im Licht" - Touristen am Bund |
Der Bund selbst ist am Abend kaum zu sehen – vor lauter Menschen. In Dreier- und Viererreihen drängeln sie sich am Ufer des Huangpo um Bilder von den bunt angestrahlten Hochhäusern auf der anderen, der Pudong-Flussseite, zu machen. Die prachtvoll angestrahlten Kolonialbauten auf dieser Seite des Huangpo interessieren dagegen kaum jemanden.
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| Eine Straße, zwei Seiten: hier die alten Bauten aus der Kolonialzeit.... |
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| ... und hier das Lichtermeer der Hochhäuser |
Das Lichtschauspiel ist beeindruckend, aber der Besuch am Bund macht mir trotzdem keinen Spaß. Zu viele Menschen. Die Promenade ist so voll wie eine U-Bahn im Berufsverkehr. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass dieser Ort an seiner eigenen Popularität erstickt.
Überall an der Uferpromenade stehen Wachleute und Polizisten. Sie machen jedem Mitarbeiter eines deutschen Ordnungsamtes alle Ehre. Wer z.B. auf eine der zahlreichen Sitzbänke klettert, wird nicht gebeten, da runter zu kommen, sondern von einem der örtlichen Hilfssheriffs mit einer Trillerpfeife im wahrsten Sinne des Wortes „runtergepfiffen“.
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