Freitag, 26. November 2010

Widada

Es ist kalt in Berlin, aber die Sonne scheint. Mütze und Schal aus meinem Reisegepäck komemn für die paar Meter zwischen Gate und Taxistand zum ersten Mal zum Einsatz. 20 Minuten später schließe ich die Tür meiner Wohnung auf und packe aus. Merkwürdig. Danach treffen mit Freunden, Sushi-Essen, wie passend. Ich fühle mich ein bißchen, als hätte ich gerade schwimmen gelernt und würde nun im Badesee verschämt und unsicher meine ersten Runden ohne Schwimmflügel drehen. Irgendwie ist es immer noch ungewohnt Deutsch zu sprechen. Auf Rolltreppen stehe ich plötzlich in der „falschen“ Richtung, an der Straße schaue ich ebenfalls auf der „falschen“ Seite nach Autos. Schon komisch wie schnell man sich an andere Umgebungen gewöhnt. Jetzt trage ich wieder Mantel, Mütze und Schal statt Sonnenbrille und Schlappen. Komisch. Aber irgendwie freue ich mich auch auf meinen ersten Glühwein.

R wie Rückkehr

Verschlafen schleiche ich morgens um 6 durch den Frankfurter Flughafen. Mit etwas Verspätung ist mein Flieger aus Hong Kong gelandet. Das kleine „R“ auf meinem Telefon, die Anzeige dafür, dass es sich in ein ausländisches Netz eingebucht hat, ist verschwunden. 7 Wochen lang hat mich das kleine „R“ durch Asien begleitet, ist fast sowas wie ein vertrauter Freund geworden, der einen ständig mahnt, nicht zu telefonieren, weil das sauteuer ist. Das kleine „R“ ist jetzt weg, ich kann wieder meine Flatrate nutzen. Das letzte Zeichen dafür, dass ich wieder in Deutschland bin.

Things To Do in Hong Kong With No Time

Der definitiv letzte Urlaubstag. 8 Stunden Hong Kong bis ich zum Flughafen muss. Die letzte Chance, Dinge zu sehen, die ich bisher verpasst habe und Sachen zu tun, die ich bislang noch nicht gemacht habe. 

Als erstes fahre ich mit der StarFerry auf die andere Seite des Hafens, zum Rathaus. Hier gibt es wenig Politik, aber viel Kultur, denn das Rathaus ist auch ein Konzertsaal. Und es gibt viel zu Essen. Im dritten Stock, auf den ersten Blick nicht leicht zu finden, ist ein DimSum-Restaurant. In einem großen, eleganten Speisesaal sitzen Menschen aus aller Herren Länder zusammen und schaufeln kleine Klößchen in sich rein. Mit Rollwagen kommen die Bedienungen durch. Vorne steht drauf, was sie im Angebot haben, und wenn man drauf zeigt, steht es 30 Sekunden später auf dem Tisch. Die Auswahl ist riesig. Shrimps-Klößlichen, Rouladen aus Reisteig mit Fleischfüllung, Reis mit Wurst und Gemüse. Dazu gibt es chinesischen Tee, der sehr lecker ist.  Ein interessantes – und appetitliches – Erlebnis. (Vielen Dank Moni für den Tipp)


Steil gehen einmal anders - Blick auf die Strecke der "Peak Tram" auf dem Weg nach oben


Hong Kong aus einer anderen Perspektive - von Oben
Danach fahre ich auf den Peak. Das hatte ich bei meinem ersten Besuch ja wegen der astronomischen Wartezeiten nicht geschafft. Dieses Mal ist ist die Schlange überschaubar und nach ein paar Minuten anstehen, steige ich in die „Peak Tram“ und zuckele die teilweise bis zu 27 Grad steile Strecke auf den Peak hinauf. Der Blick auf Hong Kong von hier ist großartig. Von hier kriege ich einen vollkommen anderen Blick auf die Dimensionen der Stadt. Der Hafen wirkt so nah, das Hinterland ist auch nicht weit weg. Und hier oben sieht es teilweise mehr nach England als nach Asien aus.

Ich fahre noch ein bißchen mit (normalen) Tram durch die Gegend, schaue mir den Stadtteil Wan Chai an und shoppe noch ein bißchen. Dann geht es zum Frischmachen ins Hotel und weiter zum Flughafen. 12 Stunden Flug bis Deutschland, 12 Stunden Flug bis in den Winter. 12 Stunden Flug zurück nach Hause.

It´s Fun To Stay At The YMCA

Bei der “Young Men´s Christians Association” denkt der Eingeweihte eher an Polizist, Bauarbeiter, Cowboy, Lederkerl und eine schwule Kulthymne. Der Nicht-Eingeweihte denkt eher an karge Räume in denen sich verklemmte Ex-Messdiener gegenseitig ihre Lieblingsverse aus der Bibel vorlesen. In Hong Kong steht YMCA allerdings eher für bezahlbares Wohnen mitten in der City. Denn der YMCA und sein weiblicher Gegenpart YWCA betreiben hier mehrere Hotels. Das „Salisbury“ liegt direkt am Hafen, die Zimmer sind – im Gegensatz zu meinem letzten Hongkonger Hotel – riesig und freundlicherweise werde ich upgegraded und bekomme ein Zimmer mit Hafenblick. 

Einfach göttlich - der Blick aus meinem Hotelzimmer beim Hongkonger YMCA
Das Hotel ist toll, die Leute sind freundlich, der Ausblick großartig, das Frühstück lecker und ich kann sogar vor dem Abflug nach Deutschland hier noch mal Duschen – 8 Stunden nach dem Auschecken. Zumindest in Hong Kong stimmt der Satz „It´s Fun To Stay At The YMCA“ also. Auch wenn man keine Polizeiuniform/Cowboy-Outfit/Lederkutte/Bauhelm trägt

In vier Wochen ist Weihnachten


In Hong Kong sind es auch abends noch angenehme 22 Grad. Da denke ich eher noch an Sommer (und daran, wie froh ich bin, aus dem Drecksloch Bangkok raus zu sein). Doch ein genauerer Blick aufs Hafenpanorama holt mich zumindest in die zeitliche Realität zurück. Die „Leuchtreklamen“ an einigen Hochhäusern sehen auf einmal so anders aus. 



Bald schon ist Weihnachten - und auch die Hongkonger Hochhäuser sind schon in Feststimmung
 „Seasons Greetings“ und „Merry Christmas“ steht da und dazu strahlen Schneemänner und Christbaumkugeln um die Wette. Tatsächlich – in vier Wochen ist Weihnachten. Gleich um die Ecke, im Einkaufszentrum „Harbour City“ entsteht vor der Tür eine komplette Weihnachtswelt vor der sich Einheimische und Touristen unentwegt gegenseitig fotografieren. (Und bestimmt schon das eine oder andere Geschenk für Heiligabend in der Tasche haben)


Fast schon diabetisch - Weihnachtsdeko vorm Einkaufszentrum "Harbour View"

Mittwoch, 24. November 2010

Dinge, die ich vergessen habe....

... in Bangkok Durian- und Brokkoli-Chips zu kaufen. (Falls demnächst mal wer hinfährt: bitte melden und mitbringen... ) 

Dienstag, 23. November 2010

Erste Rückreise-Vorbereitungen

Der erste Ort meiner Reise (zumindest der erste asiatische Flughafen, auf dem ich vor sieben Wochen angekommen bin) ist auch mein letzter - Hong Kong. Die sieben Wochen haben sowohl an meiner Brieftasche als auch an meinem Gepäck Spuren hinterlassen. An meiner Brieftasche deswegen, weil ich mit den gesammelten Währungen dieser Reise mir in Hong Kong einen schönen Tag machen kann. Nur die Frau in der Wechselstube war "not really amused" über den komischen Typen, der mit 5 Währungen vor ihr stand. Und mein Koffer war heute auf dem Flug von Singapur nach Hong Kong zum ersten Mal so schwer, dass ich eigentlich Übergepäck hätte zahlen müssen, wovor mich dankenswerterweise die Freundlichkeit der Bodenhostess gerettet hat. Mit einer Tasche und einem Koffer bin ich gestartet, mittlerweile ist eine zweite Tasche dazu gekommen. In sieben Wochen auf Achse kommt eben doch ne ganze Menge Kram zusammen.