So richtig warm geworden bin ich mit Seoul nicht – aber an den Seoulern kann es eigentlich nicht liegen. Ich habe selten so viele höfliche und hilfsbereite Menschen getroffen. Es spricht zwar kaum jemand Englisch, aber wenn ein Ausländer eine Frage oder ein Problem hat, dann wird der Handy-Übersetzer rausgekramt, jemand angerufen, der Englisch kann und zur Not helfen auch Hände und Füße bei der Verständigung weiter. Irgendwie klappts immer. Den Vogel hat der Portier meines Hotels abgeschossen. Ich gab ihm einen Teil meiner Klamotten mit der Bitte, ihn doch in die Wäscherei zu geben. Weil er keine fand, hat er meinen Kram selbst gewaschen. Das hat mich nicht nur gerührt, sondern fast schon peinlich berührt.
Die Seouler sind außerdem recht gut organisiert, ziemlich trinkfest (weil sie sehr häufig trainieren) und gehören zu den mit Abstand bestgekleideten Menschen, die ich bislang auf meiner Asientour gesehen habe. Teilweise hatte ich in der U-Bahn oder auf der Straße den Eindruck in einem Modekatalog zu sein (wobei mein Touri-Schlabber-Outfit dann wohl eher als schlechtes Beispiel mit drin ist... ;-)
Außerdem – und auch das finde ich sympathisch - sind sie handyverrückt. In der U-Bahn ist fast jeder mit seinem Telefon zugange. Wobei es hier auch sehr beliebt ist, mit dem Handy fernzusehen (funktioniert auch in der U-Bahn). Es kann einem passieren, dass man irgendwo in Leute reinrennt, die total versunken auf ihr Handydisplay starren – weil sie sich gerade ihre Lieblingssoap oder die Nachrichten ansehen.
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