Eigentlich sollte es ja ein TAGESausflug nach Macau werden. Doch nach der vergangenen Nacht und mehreren Gin Tonics mit ein paar Australiern wurde es dann doch eher Nachmittag als ich mich auf den Weg zur Fähre machte. Ist aber kein Problem, denn die Fähren, oder besser die Schnellboote, zur anderen ehemaligen Kronkolonie fahren im Viertelstundentakt. Rund 15 Euro kostet eine Tour und nach einer Stunde ist man da.
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| Kleiner schneller Flitzer - mit diesen Booten gehts im Viertelstundentakt nach Macau |
Es ist warm in Macau, kaum Wind. Schon vom Schiff aus kann ich die Hochhäuser sehen. Macau ist das Zockerparadies, denn in China und Hongkong sind Glücksspiel verboten. Die Chinesen zocken aber leidenschaftlich gerne und darum haben sich hier auch die großen der Branche niedergelassen. Es gibt ein „Wynn“ und ein „MGM Grand“ Casino-Hotel und nebenan, auf der Insel Taipa noch ein paar Groß-Casinos mehr. Es sieht aus wie in Las Vegas, nur mit dem Unterschied, dass hier im Chinesischen Meer inzwischen mehr Geld verdient wird als in der Wüste von Nevada.
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| Kleine Stadt, große Häuser, viele Casinos - Blick auf die Skyline von Macau |
Eins dieser Großcasinos will ich mir mal ansehen. Das „Venetian“. Es ist die wohl größte Kitschburg, die ich bislang außerhalb der USA gesehen habe. Schon von außen lässt Venedig grüßen, innen ist alles mit hellem Marmor und ganz viel Goldglitzer verziert.
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| Mehr Protz geht kaum - das "The Venetian" von außen |
Hier kann man nicht nur wohnen, sondern auch zocken und wer danach noch Kohle übrig hat, darf sie in die angeschlossene Shopping-Mall tragen. Casino und Mall sind so angelegt, dass man möglichst schnell die Orientierung verliert. An die Decke hat man einen Himmel gemalt. Es gibt kein Tageslicht und viele Gänge die alle irgendwie gleich aussehen.
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| Lost in Venedig - ein Blick in die Shopping-Mall des "The Venetian" |
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| Was wäre Venedig ohne den Canale Grande? Darum gibts ihn auch im Fake-Venedig von Macau |
Zwischen den Geschäften prangen Häuserfassaden, die tatsächlich aus Italien stammen könnten. In der Mall sind alle großen Marken vertreten, es gibt auch ein McDonalds und ein Häagen Dazs. In der Mitte vieler Gänge verläuft die Macau-Mini-Version des Canale Grande. Es gibt sogar echte Gondeln mit denen man für 10 Euro pro Nase durch das Einkaufszentrum schippern kann. Der Fake-Gondoliere singt sogar dazu, in diesem Fall „Volare“ (und dieses Exemplar kann sogar einigermaßen singen). Dass er trotz Gondelsteuern und Singen weder aus der Puste noch ins Schwitzen kommt, liegt daran, dass die Gondeln von einem kleinen Elektromotor angetrieben werden, der unauffällig per Fußpedal gesteuert wird.
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| "Voooolare.... o-ho..." - Mit der Gondel durch die Shopping-Mall |
Eine Etage tiefer ist das Casino. Es stehen überwiegend Chinesen an den Tischen und sie sind mit Feuereifer dabei. Hier gehen in Sekunden Summen über den Tisch, die einem Großteil meines Reisebudgets entsprechen. Automaten, Poker, BlackJack, Würfel oder Roulette. Es gibt hier die mannigfaltigsten Wege sein Geld loszuwerden. Mancher wird hier auch andere Sachen los. Irgendwer hat auf den Fußboden gekotzt. Eine Hostess hat den Bereich schon abgesperrt und warnt Besucher davor, dass sie nicht reintreten.
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| Zocken soweit das Auge reicht - das Casino im "The Venetian" |
Es dauert fast zwei Stunden bis ich aus diesem Labyrinth wieder herausgefunden habe. Und erst als ich wieder im Taxi sitze und dem chinesischen Fahrer mein nächstes Ziel sage, stelle ich fest, dass ich tatsächlich in Macau und nicht in Las Vegas bin.
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