Der Macau-Tower ist nicht gerade das schönste Gebäude. Aber die Touristen pilgern in Scharen her. Nicht nur, weil man von hier eine phantastische Aussicht hat, sondern weil man hier ganz legal ein bisschen wahnsinnig sein darf. Die Aussichtsplattform in 223 Metern ist der weltweit höchste Punkt von dem man Bungee-Sprünge machen kann. Wer nicht ganz so wahnsinnig (oder mutig) ist, wie ich, der kann „skywalken“. Nur mit einem Bergsteigergeschirr gesichert, läuft man eine Tour um die Aussichtsplattform. Es gibt kein Geländer, keine Fenster, nichts. Und direkt vor der Schuhspitze geht es dann über 200 Meter abwärts. Preis: 60 Euro.
Am Anfang heißt es „Taschen leer“. Keine Kamera, keine Eintrittskarte, kein Taschentuch, nichts. Dann kriege ich ein T-Shirt (an der Farbe erkennen die Mitarbeiter, wer springt und wer nur zuguckt) übergezogen und es geht nach draußen. Mein Guide heißt John, ein sehr sonnenbrauner Strahlemann, der alle Leute nur mit „Bro“ anredet. Kaum stehen wir draußen, fällt mir auf, dass es weder windig noch kalt ist. Ich friere nicht, obwohl ich kaum mehr als das T-Shirt anhabe.
| Noch etwas wackelig - erste Schritte auf der Außenplattform des "Macau Tower" |
Ich gewöhne mich erstaunlich schnell daran, hier oben zu stehen. Angst und Beklemmung verschwinden zügig. Und jetzt habe ich auch die Chance das wirklich atemberaubende Panorama zu genießen. Die Hochhäuser der Casinos, die gerade ihre Leuchtreklamen einschalten. Das Meer, die Berge und die drei ewig langen Brücken die das eigentliche Macau mit der neu aufgeschütteten Insel Taipa verbinden. Ich bin sprachlos.
Knapp eine halbe Stunde dauert der Spaziergang am Abgrund, dann bin ich wieder auf der „sicheren“ Seite der Plattform und kriege von John eine CD mit Fotos. Allein für dieses Erlebnis hat sich der Trip nach Macau gelohnt.
| Erst das Adrenalin, dann den Ausblick genießen |
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