Mein Hotel ist kleiner, als ich gedacht habe. Und bunter. Als ich ins Zimmer reinkomme, merke ich, wie sich meine Jacke in ein knallweißes Leinensakko verwandelt, ich plötzlich einen Drei-Tage-Bart, ein sehr offenes Hemd, eine Wayfarer auf der Nase und eine dicke Knarre am Gürtel habe – willkommen in den übelsten 80ern.
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| Kein Schrank, aber wunderschöne Polyester-Morgenmäntel - mein neues Zuhause in Seoul |
Die Wände sind in Türkisblau und Flamingorosa gehalten, dazu Marmorimitat als Schreibtisch und Waschkonsole. Ich bin gerade auf keiner Reise, sondern auf einer Zeitreise. Aber im Vergleich zu meiner Bruchbude in Hongkong ist das hier die Präsidentensuite im Waldorf Astoria.
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| Gut gemeint - viel Haargel und ein Fön. Genau das richtige für meine Glatze |
Es gibt einen Riesenfernseher, Kosmetikartikel in Familienpackungsgröße und Getränke umsonst. Im Zimmer steht sogar ein Computer, der aber nicht besonders nützlich ist, weil alle Programme auf Koreanisch sind – es sei denn man will gepixelte koreanische Pornos sehen. Außerdem gibt’s noch eine Badewanne mit Whirlpoolfunktion. In den 80ern wär dies das Paradies gewesen – für alle Sonny Crockett-Imitatoren.
Oder für alle Vorstadt-Casanovas. Denn irgendwie bekomme ich langsam den Eindruck, dass die Zimmer hier nicht nur tageweise vermietet werden.
Oder für alle Vorstadt-Casanovas. Denn irgendwie bekomme ich langsam den Eindruck, dass die Zimmer hier nicht nur tageweise vermietet werden.


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