Samstag, 20. November 2010

Heiß

Mein Hotel liegt in Little India, einem der bunteren Teile von Singapur. Restaurant, Schmuckgeschäfte und Bars reihen sich hier Tür an Tür. Gott sei dank ist mein Hotel klimatisiert, sonst würde ich kollabieren. Die Luftfeuchtigkeit liegt gefühlt (und wahrscheinlich auch gemessen) bei mehr als 90 Prozent. Die Luft steht in den Straßen. Es ist stickig und schwül und ich irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich gerade Matthias Steiner auf meinem Brustkorb zu einem mehrstündigen Picknick niedergelassen hat. Es ist drückend, es ist warm, es ist wie in einer engen WG-Küche nach einer stundenlangen Party.

Nach der Ankunft im Hotel ziehe ich mich so luftig wie möglich an und trotzdem kann ich mich nur im Zeitlupentempo bewegen. Es ist das erste Mal, dass ich auf Iglu-Temperaturen runtergekühlte Räume als Wohltat empfinde, denn sie geben mir etwas Luft zum durchatmen. Alle Welt rennt hier mit Schlappen durch die Gegend, das macht bei dem Temperaturen auch Sinn. Ich gehe ins nächste Kaufhaus und besorge mir welche. Dank meiner Kreditkarte kriege ich sogar noch Rabatt. Und die Chance ein Saab-Cabrio zu gewinnen. (Was die perfekte Entschädigung für die Sandalen wäre. Die Teile waren nämlich Mist, haben mir wund gelaufene Füße beschert und sind zwei Tage später im Müll gelandet.) Danach noch ein Bier in einer Backpacker-Bar mit angeschlossenem Hostel (oder umgekehrt) und noch eins in einer weiteren Bar nebenan. Dann hat die Hitze mich geschafft. Und ich gehe schlafen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen