Mittwoch, 10. November 2010

In der Höflichkeitsfalle

Die Seouler waren schon höflich, die Tokioter sind sehr höflich. Das erste, was ich in meinem Hotel sah, war die Kopfoberseite des Portiers. Denn kaum stand ich an seinem Tresen verbeugte er sich auch schon. Danach übernahm die Managerin. Sie erzählte mir stolz, dass sie vor zwei Jahren schon mal in Deutschland war, damals ist sie mit Peter Maffay auf Tour gewesen – als Tabaluga, sprich, sie steckte in dem Drachenkostüm. Von der Größe her, könnte das hinkommen. Sie hat mir versprochen, mir die Tage mal ein paar Fotos zu zeigen. Ich musste nach dem Einchecken noch ein paar Mal zur Rezeption, denn weil mein Japanisch gegen null tendiert, brauchte ich selbst beim Einloggen ins Internet Hilfe. Und jedes Mal wenn ich mich bedankte folgte ein mehrminütiger Verbeugungsreigen. Wenn das so weiter geht, brauche ich nach meiner Rückkehr einen Termin beim Orthopäden.

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