Mein Hotel ist tatsächlich ein „Love-Hotel“, wie mir der Portier auf Nachfrage verraten hat. Hier gehen also die Paare hin, die offiziell keine sind oder bei denen zu Hause die Mutter mit im oder unterm Bett liegt. Oder einzelne Herren, die Entspannung bei und mit einer „Hostess“ suchen. Aber was ist mit dem Rest der Gegend – die Leuchtreklamen sind alle bunt, nur was sie verheißen kann ich nicht lesen – und mangels Englischkenntnissen können mir das die Leute auch nicht unbedingt sagen.
| Karaoke oder Koitus? Von außen für Nicht-Koreaner nur schwer zu erkennen |
Erster Stopp: die Bar neben dem Hotel. Vor jedem Mann am Tresen sitzt eine schöne Frau, auch vor mir, obwohl wir uns nicht verständigen können. Das gehört offenbar zum Service. Welche Dienstleistungen noch in Frage kommen, kann mir keine beantworten. Die Herren neben mir, alle schon reichlich angegangen, sind aber offenbar wirklich nur zum Trinken da. Nach kurzer Zeit gehen sie, ohne Frau vom Tresen im Gepäck.
Ein paar Meter weiter wieder ein bonbonbunt beleuchteter Eingang. Ein paar Stufen führen in den Keller. Kneipe. Hier sitzen die Leute in Separees zusammen oder an großen Tischen in der Mitte und trinken.
| Kleine Tür, großes Versprechen - allerdings weiß ich nicht, was da versprochen wird |
Die nächste Kellertür, an der ich klopfe serviert aber keine kalten Getränke. Und auch die heißen Erfrischungen muss man(n) sich selbst mitbringen. Denn auch hier werden Zimmer vermietet. Stundenweise. Es riecht muffig, es ist schäbig und eine Frau, die gerade vom Klo kommt, schaut mich erschreckt an. Auch ein Weg zu lernen, wie eng Bier und Busen manchmal zusammen liegen können – wenn man die Sprache nicht kann.
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