Samstag, 20. November 2010

Rendez-vous mit dem Killerfisch

Fugu ist das japanische Wort für Kugelfisch. Das ist eigentlich ein ganz putziger Geselle, wenn er nicht so giftig wäre. Sein Gift ist eines der stärksten überhaupt, es sorgt für Lähmungen des Organismus. Wer eine Dosis davon abbekommt, stirbt bei vollem Bewusstsein durch Ersticken oder Herzstillstand. Und das ist auch der Grund, warum die Zubereitung und der Verzehr von Fugu so ziemlich überall auf der Welt verboten ist – nur in Japan nicht.

Der erste Gang: Fugu-Sashimi
Allerdings müssen die Köche hier jahrelang trainieren, bevor sie Kugelfisch zubereiten dürfen, sie brauchen eine staatliche Lizenz und das private Verarbeiten von Fugu ist verboten. Weil das alles so kompliziert ist, ist Kugelfisch recht teuer, die meisten Restaurants hier in Tokio wollen für ein Fugu-Menü um die 350 Euro haben. Es geht aber auch günstiger.

Vorne gebackener Fugu und im Hintergrund köchelt schon die Brühe für den nächsten Gang
Da man also nur in Japan Fugu essen kann, hab ich die Chance genutzt. Das Restaurant liegt in einem Kneipenviertel in der Ginza und besteht im wesentlichen aus kleinen, abgeschlossenen Separees. Sie sind voll, meist sind es Geschäftsleute, die sich hier den Thrill des Fugu-Essens geben. Ich ordere ein Menü – erst Fugu-Sashimi, danach frittierter Kugelfisch und danach gibt es Fugu-Brühe. Die wird vor meinen Augen gekocht, in einem kleinen Korb, der mit Papier und einer Metallplatte ausgelegt ist (erstaunlicherweise hält das Papier un der ganze Segen ergießt sich nicht über meine Klamotten). Nachdem die Brühe fertig ist, werden der Fisch und die restlichen Zutaten rausgenommen und durch Reis und Ei ersetzt, so dass ich zum Schluss auch noch eine Art Fugu-Risotto vor mir habe.

Dinner ohne Nachwirkungen - auch nach dem dritten Fugu-Gang gehts mir noch gut
Und ich muss sagen – Kugelfisch ist lecker, ein sehr zarter Geschmack. Dazu gab es eine nicht weniger leckere Zitronensauce. Auf die Fugu-Sake (mit einem Stück Schwanzflosse drin) hab ich dann allerdings doch verzichtet. Und –ich hab das Fugu-Dinner überlebt.

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