Samstag, 20. November 2010

Up And Down

Der „Singapore Flyer“ ist das höchste Aussichtsriesenrad der Welt – 165 Meter hoch und streng nach den Regeln des Feng Shui gebaut. Es hat 28 Gondeln die je 28 Menschen fassen können – weil die 28 laut Feng Shui eine besondere Bedeutung hat. Selbst bei den Planungen wurden Platz und Ausrichtung den Feng Shui-Regeln unterworfen.

Das höchste Riesenrad der Welt - der Singapore Flyer ist 165 hoch
Eine Runde mit dem Feng Shui Flyer dauert eine halbe Stunde. Als erstes geht mein Blick auf die Formel 1-Strecke, die direkt um das Riesenrad herum verläuft. Dann schaue ich aufs offene Meer und sehe Schiffe soweit das Auge reicht. Singapur ist einer der größten Seehäfen Asiens, aber die Masse der Schiffe dort sieht so aus, als würden P&O Netlloyd, Maersk oder Hamburg Süd eine Invasion in Singapur planen. Dicht an dicht reihen sich Tanker, Feeder, Frachter – eine unglaubliche Masse.

In Singapur haben auch Schiffe Parkplatzprobleme
Nicht weniger auffällig ist das Sands Maritime Bay Casino. Drei riesige Bürotürme, die oben mit einer durchgehenden Dachterrasse verbunden sind. Es sieht ein bisschen so aus, als hätte hier jemand ein überdimensionales Surfbrett aufgebockt. Das Casino ist erst seit ein paar Monaten in Betrieb. Unten gibt es über 1000 Spieltische, an denen Ausländer kostenlos zocken können. Einheimische müssen 100 Singapur-Dollar Eintritt bezahlen und wer sich verzockt fliegt raus. Das haben in der kurzen Zeit schon 28.000 Singapurer geschafft.

Tolle Ansicht und tolle Aussicht - das Marina Bay Sands Casino
Von hier oben sehen die Hochhäuser der Stadt noch beeindruckender aus. Ich hab das Gefühl in New York oder in einer südostasiatischen Version von Monaco zu stehen.

Singapur von Oben - die Stadt und eine Gondel des Riesenrades
Nach der Tour von Oben schaue ich mir das alles noch mal von Unten an. Ducktours heißt die Firma, die Stadtrundfahrten mit alten Amphibienfahrzeugen anbietet. Die Teile sind extrem bullig und werden von zwei Mann im Wechsel gesteuert.

Mit der Ente durch Singapur hat in diesem Fall nix mit rostigen französischen Kleinwagen zu tun...

... eins haben die Amphibienmonster mit dem 2CV aber gemeinsam - sie sind hässlich und praktisch
Ein paar Minuten nach Abfahrt schwimmen wir schon im Singapore-River und sehen die Statue, die zum Symbol für die Stadt geworden ist – ein wasserspeiender Löwe. Singapur, so erzählt der Tourguide, heißt „Stadt des Löwen“ – und das obwohl es hier und in der Umgebung keine Löwen gibt. Der Gründer von Singapur will aber hier einen gesehen haben und so gab er der Stadt diesen Namen. Wahrscheinlich hat der gute Mann einen Tiger gesehen (die es hier häufiger gibt, einer hat es sogar mal bis unter den Billardtisch des „Raffles“-Hotels geschafft) und so beruht der Name der Stadt auf einem zoologischen Missverständnis.

Irrtum als Stadtwappen - der Löwe von Singapur
Aus der Froschperspektive fallen mir ein paar Dinge auf, die ich von oben nicht gesehen oder beachtet habe. Die Löwenstatue ist eins davon, ein anderes ist die Helix-Brücke, eine Fußgängerbrücke, die der Helix der menschlichen DNA nachempfunden ist.

Irgendwie menschlich.... die Helix-Brücke, die einen Strang der menschlichen DNA symbolisiert
Die Fahrt über Land ist dagegen eher „land-weilig“, es geht durch die Altstadt, durch die ich gestern schon zu Fuß gegangen bin. Am Auffälligsten ist übrigens das Gebäude des „Singapore Cricket Clubs“, dass eine Terrasse mit Bar hat. Hier drehen sich schwerfällig Ventilatoren über den Tischen im Kolonialstil. Hier würde ich gerne mal einen Drink nehmen – aber leider gilt auch hier: „Members Only“.

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